Das südlich der Kaikante vorhandene kleinteilige Mosaik aus Wasserflächen, Feuchtzonen, blütenreichen Kraut- und Grasflächen, Strauchpartien aus verschiedenen Weidenarten und Sanddorn sowie mehrstämmigen malerischen Birken wird im Kontrast zu den roughen befestigten Flächen erhalten. Die Wildnisfuge bietet mit ihrer langgestreckten Ausprägung, eine stadtklimatisch wirksame, kühlende Fuge, die zur Reduzierung von innerstädtischen Hitzeinseln beiträgt. Und sie schafft zusammen mit der Kaikante – belegt mit einem öffentlichen Wegerecht- eine markante Grünverbindung zum Waller Sand. Mit der Brücke am Kajenplatz wird die barrierefreie Verknüpfung zur höhergelegenen Strandpromenade sichergestellt.
Durch die vielgestaltige topographische Ausprägung, den Wechsel aus feuchten und trockenen Partien, blüten- und struktureichen Vegetationsstrukturen und gleichermaßen vegetationslosen Sandarien als Nistmöglichkeiten für Insekten, zeigt die Hafenwildnis eine hohe floristische und faunistische Biodiversität.
Durch die Einleitung des Regenwassers von den versiegelten Flächen der angrenzenden Bauflächen wird die Biodiversität und die Kühlwirkung durch die erhöhte Verdunstungsleistung gestärkt. Diese ökologische Prägung und der kreativ-lässige Charme soll sich durch entsprechende grünordnerische Festsetzungen auch auf den südlich angrenzenden unbefestigten privaten Flächen fortsetzen und kann hier im fließenden Übergang zur Hafenwildnis ungewöhnliche Außenarbeitsplätze, Orte für Meetings oder Pausen bieten.
An der Nordostseite des Schuppens 17 bleibt die Schienenwildnis erhalten. Sie integriert eine weitere Wegeverbindung zum Waller Sand bzw. zur Kühlnase.
Durch Entsiegelungen wird auch hier das Retentions- und Versickerungspotenzial dieser Zone erschlossen und darüber hinaus die sich entwickelnde Vegetation natürlich mit Wasser versorgt.
Sowohl die Hafen- als auch die Gleiswildnis werden in ein nachhaltiges Regenwassermanagementkonzept integriert und spielen als Versickerungs- und Retentionsflächen eine entscheidende Rolle bei der Entwässerung und Bewässerung des neuen Areals. Sowohl Hafen- als auch Gleiswildnis werden in ein nachhaltiges Regenwassermanagement eingebunden und dienen als Versickerungs- und Retentionsflächen für die Entwässerung und Bewässerung des Quartiers. Das Oberflächenwasser angrenzender Flächen wird in Grünbereiche oder Zisternen geleitet, wo es versickert oder gespeichert wird. Die Zisternen sichern die Bewässerung privater Grünflächen, verbessern das Stadtklima, speichern Regen- und Grauwasser und verringern so den Trinkwasserverbrauch.
Alle Flachdächer erhalten eine extensive Begrünung als zusätzlichen Retentions- und Verdunstungsraum bei Starkregen. Ergänzend sorgen klimaangepasste, heimische Bäume und Sträucher in Hafen- und Gleiswildnis für Beschattung und stärken das resiliente Grünraumkonzept.
Beide Bereiche werden als gemeinschaftlich genutzte Commoning-Flächen verstanden, die nach ökologischen Kriterien gepflegt werden.
Der öffentliche Raum wird auf ein Minimum reduziert. Die vorhandenen befestigten Flächen bleiben erhalten.
Die zur Spitze der Überseestadt hin voneinander entkoppelte Eduard-Suling-Straße und die Herzogin-Cecilie-Allee sichern die Erschließung des Zukunftsquartieres und übernehmen ausschließlich die Anlieferung.
Die Fuß- und Radschließung folgt den vorgefundenen Spolien des ehemaligen Hafenbeckens entlang der Kajenmauer mit Blick unter das große, einende Dach in die „Kemenaten“ des Schuppen 17 oder aber entlang der vorhandenen Pfade in der Hafenwildnis.
Die Öffnung des Schuppens 17 in Verlängerung der Kommodore-Ziegenbein-Allee bindet die Kühlhausnase, den dreiseitig geschützten Veranstaltungsplatz des Energiehauses und den Schuppen 19 in das übergeordnete Erschließungskonzept der Überseestadt ein.
Über einen Holzsteg wird der Boulevard (Hessensteinstraße) am Waller Sand an die Kühlhausnasenspitze, den attraktivsten Ort des Aufenthaltes, angebunden.
Truckertreff
Das Schalthaus an der Eduard-Suling-Straße bildet den Eingang ins Zukunftsquartier. Mit den erhaltenen Gefahrgutboxen bietet der Truckertreff als niederschwellige Gastronomie die Grundversorgung des Quartiers.
Die Teilung des Schuppens schafft flexible Mixed-Use-Einheiten. Der westliche Teil bleibt andienbar, während der größere Abschnitt in vermietbare Scheiben gegliedert wird. Die Anlieferung erfolgt über die Eduard-Suling-Straße. Im Inneren entstehen vielfältige Nutzungsmöglichkeiten und Präsentationsflächen für dort gefertigte Produkte.
Die Bebauung kombiniert Gastronomie im Erdgeschoss mit einem Hochpunkt für Dienstleistung oder Hotel. Eine roof-top-Terrasse betont die illuminierten Kühltürme des Energiehauses. Der Hochwasserschutz wird landschaftlich gestaltet und schafft ein erhöhtes öffentliches Plateau mit Aussicht.
6.500qm bis 9.500qm große Baufelder können je nach Anforderung flexibel und nutzungsvielfältig in drei bis fünf Teileigentume aufgeteilt werden. Straßenbegleitende Baukörper schirmen die lärmintensiven Nutzungen in den Handwerker- und Gewerbehöfen von der Wohnnutzung der Reihen 1 und 2 ab.
Die Baukörper der Baufelder südwestlich des Schuppens 17 reagieren auf die verdichtete Bebauung der gegenüberliegenden Straßenseite mit größerer Durchlässigkeit, die zugleich eine „ruhigere Arbeitswelt“ erforderlich macht und demzufolge Unternehmen der „urbanen Produktion“ vorbehalten werden soll.
Die entlang der Hafenwildnis verorteten Hallen der Gebäudeklasse 3 erlauben eine mit den Erfordernissen des Brandschutzes auch wirtschaftlich vertretbare und ökologische Bauweise in Holz.
Die Baufelder direkt am Strandboulevard eignen sich aufgrund ihrer Lage für hochwertige Dienstleistungs- und Wohnnutzung in den oberen Geschossen mit öffentlichkeitswirksamen Erdgeschosszonen.